Der Tod des Menschen als Trennung von Seele und Körper
1. Der Tod als Unterbrechung des UCO-UCO-Informations-Kreislaufs
Ein Lebewesen ist tot, wenn es nicht mehr lebt. Diese Aussage ist nur scheinbar trivial; sie soll darauf hinweisen, dass ein Stein nicht tot ist. Das heißt: nur ein Wesen, das gelebt hat, kann tot sein, dann nämlich, wenn es zu leben aufgehört hat, d.h. wenn seine bisher aktiven Lebensfunktionen erloschen sind. Was heißt das in der Sprache des AWM? Das AWM versteht unter "Lebensfunktionen" die Körperfunktionen der Welt VF. Allerdings erlöschen, wie wir wissen, im Tod nicht sämtliche Körperfunktionen sofort, sondern nach und nach. Wir wissen auch, dass es die höchsten Gehirnfunktionen sind, die zunächst erlöschen; man spricht daher vom "Hirntod". Diese höchsten Gehirnfunktionen sind nach dem AWM-Schema die der obersten Gegebenheit der Welt VF. Daraus ergibt sich, dass von dieser keine Informationen mehr zur untersten Gegebenheit der Welt der Psychischen Funktionen (PF) fließen können, und der Tote folglich auch kein Bewusstsein (PC) im üblichen Sinne mehr vorhanden ist. Im Moment des Todes eines Menschen - so lässt sich nach dieser modernen "Theorie der Wirklichkeit" sagen - haben sich die geistige Seele und der materielle Körper voneinander getrennt, jene besteht aus den Persönlichkeitsschichten 3 und 4, dieser aus den Schichten 1 und 2. Kein Mensch kennt z. Z. diese Quadrialistische Theorie, das Acht-Welten-Modell der Wirklichkeit, aber seit Jahrtausenden ist es Glaube vieler Menschen in vielen Religionen, dass sich beim Tod die Seele vom Körper löse. Stammt dieser Glaube vielleicht aus einer visionären Einsicht in die Struktur der Wirklichkeit?
Gibt es eine aus systemischen Gründen bevorzugte Stelle für die Unterbrechung des lebenerhaltenden Informationsflusses von UCO zur UCO? Ja, es gibt sie: die "tatsächliche" Bruchstelle ist zugleich die systemisch begründbare "Sollbruchstelle" des Menschen im Falle seines Todes; denn sie hat einen unbestreitbaren "Vorteil" vor allen anderen möglichen Stellen: Gemessen in Begriffen des Modells erfolgt im Tod eine symmetrische Aufteilung der Persönlichkeit; zwischen beiden "Hälften", Körper und Geist/Seele, besteht Struktur- Symmetrie:
So bleibt selbst im Tod, wenn er sich durch Unterbrechung des UCO-Informationsflusses an der o.a. definierten "Sollbruchstelle" ereignet, die hohe Symmetrie des ganzen Systems weitgehend erhalten.
2. Die Ver-wesung der "toten" Körpermaterie
Was geschieht nach dem Tod des Individuums mit seinem toten Körper? Jedermann "weiß" auch dies: er "verwest". Was heißt das? Er verliert sein "Wesen". Nach der Definition im AWM besteht das Wesen des Körpers in der "Hierarchie funktionsfähiger Materien". Tote Materie ist funktionsfähig gewesene und jetzt nicht mehr funktionsfähige Materie. Wenn ein Naturwissenschaftler diesen Verwesungsprozess beschreibt, klingt es so: Die komplexen biologischen Makromoleküle (VM) zerfallen in Mikromoleküle, diese in Atome, diese in "Teilchen" (UCM), die sich dann im "materialen Nichts", dem "Vakuum" (UCO), gleichsam auflösen, falls sie nicht zuvor in andere Materiegebilde, evt. auch lebende Materie, eingebaut werden. In der Sprache des AWM besteht der Prozess der Ver-wesung des Körpers in einer "von oben nach unten" gehenden stufenweisen regressiven De-Aktualisierung der Gegebenheiten der UCO-Hierarchie, so dass die mit den UCO-Gegebenheiten korrelierten Sekundärgegebenheiten der Welt UCM stufenweise "zurückgenommen" werden.
3. Die Ver-wesung des "toten" Bewusstseins.
Was geschieht nach dem Tod des Individuums mit seinem toten Bewusstsein? Wir wissen es nicht und können es nicht wissen, denn wir haben keine Möglichkeit, Tote mit wissenschaftlichen empirischen Methoden zu befragen. Dennoch haben wir eine theoretische Möglichkeit, Aussagen zu machen, die mit einiger Wahrscheinlichkeit der Realität entsprechen. Wir können Symmetrie bildende Strukturen, die wir im System der Wirklichkeit an wissenschaftlich erfassbaren Stellen von Evolutionsstufen, Seinsweisen und Welten antreffen, auf homologe Stellen übertragen, obwohl diese selbst sich grundsätzlich der empirischen Erfassbarkeit entziehen, oder bisher noch nicht oder nicht voll erfasst worden sind. So ist aus solchen Symmetriegründen anzunehmen, dass auch die "obere" Hälfte der Persönlichkeit "ver-west", sich abbaut. Was heißt das konkret? Wir müssen zunächst den Vorgang der Ver-wesung der Materie metasprachlich noch abstrakter fassen. Es genügt nicht, unter Verwendung einer räumlichen Metapher zu sagen, die Materie baue sich "von oben her" ab. Es muß vielmehr heißen: Die Materie baut sich von den der UCO entferntesten Teile her ab, also in Richtung auf die UCO. Bei der Materie entspricht das der aufgezeigten Abbaufolge "von oben nach unten", so dass am "Ende" nur noch UCO übrig bleibt. Wenn wir eine entsprechende Metapher für die Ver-wesung des Bewusstseins verwendeten, würde dies heißen, das Bewusstsein baue sich "von unten her" ab, nämlich ebenfalls "in Richtung auf die UCO". Zunächst wird hiernach die psychische Persönlichkeitsstufe, d.h. die Seele als die Hierarchie phänomenfähiger Funktionen mit dem Objektbewusstsein (PC) abgebaut, gefolgt - peu à peu - von der mentalen Persönlichkeitsstufe, dem Geist, als der Hierarchie ordnungsfähiger Bewusstseine (ICC), so dass mit dem "automatischen" Mit-Abbau der mit ICC korrelierten ICOs schließlich nur noch UCO übrig bleibt.
Für die Ver-wesung der Materie, des Körpers, konnten Berichte von Naturwissenschaftlern herangezogen werden, die die Voraussagen aus der Theorie bestätigen. Gibt es auch für die theoretischen (induktiv-metaphysischen) Voraussagen über die Ver-wesung von Seele/ Geist/ Bewusstsein Berichte, die für eine Bestätigung bzw. eine Falsifizierung der Hypothesen herangezogen werden könnten? Ja, es sind die Berichte von Menschen, die Todesnähe- Erlebnisse hatten, und Berichte aus dem "Jenseits", die von kürzlich plötzlich Verstorbenen stammen sollen. Diese Berichte sollen gelegentlich ebenso behandelt werden wie religiöse und esoterische Glaubensinhalte über ein "Leben nach dem Tod", über "Geistwesen", über "Inkarnation" und andere wundersame Vorstellungen - aber stets unter dem Aspekt der Frage: "Was sagt das AWM dazu?"
Bisher wurde der Tod nur des Menschen betrachtet, d.h. eines Lebewesens, dem wir nach dem Menschenbild des AWM sowohl eine Seele als auch einen Geist zuschreiben. Was aber "ist" der Tod, wenn wir "geistlose" Lebewesen (wie etwa einen Regenwurm ) und sogar "seelenlose" Lebewesen (wie etwa eine Alge) in die Betrachtung mit einbeziehen? Wie sieht nach dem AWM im Vergleich mit dem "Menschenbild" ein "Regenwurmbild" oder ein "Algenbild" aus? Und wie stellt sich - immer nach dem AWM - der Tod eines Regenwurms oder einer Alge dar? Auch darüber will ich gelegentlich mal nachdenken.
Letztes update: 3. März 2007